Samstag, 27. Juni 2009

Tag 20 (25.6.): Page - Las Vegas

Wir sind inzwischen wieder in Las Vegas. Da damit die langen Fahrten wegfallen, habe ich wenig Zeit für den Blog. Daher nur ein paar kurze Anmerkungen im Telegrammstil.

"Kill Bill" um 5. Frühstück um 6. Danach Fahrt zum Glen Canyon Damm, der den rund 150 km (Luftlinie) langen Lake Powell erschaffen hat.


Wanderung durch die Wüste (je 0,75 Meilen hin und zurück) zur Horseshoe Bend. Leider steht die Sonne noch zu tief, zwei bis drei Stunden später wäre das Licht für Fotos besser.

Gedenktafel für 11 Todesopfer, die vor einigen Jahren bei einer Flash Flood im Lower Antelope Canyon ertrunken sind.

Wanderung durch den engen Lower Antelope Canyon. Zugang nur in Gruppen mit einem Navajo-Führer möglich. Die Navajos verlangen hohen Eintritt (26 Dollar).

Gegen 10 Uhr Aufbruch nach Las Vegas. Mittagessen in Kanab (Big Al`s Burgers). Während wir in Page noch blauen Himmel hatten, ist der Himmel nun wolkenbedeckt. In Hurricane südlich des Zion Nationalparks kommen wir in leichten Regen.

Im Autoradio hören wir die breaking news: Michael Jackson ist gestorben.

Ankunft im Caesars Palace in Las Vegas um 15 Uhr 45 (auf den letzten 13 Kilometern gab's Stau, sonst wären wir eine halbe Stunde früher da gewesen). Noch immer bewölkt, aber an manchen Stellen ist blauer Himmel zu sehen. Heiß.

Einchecken ins Hotel: Lange Warteschlange wie auf einem Flughafen.

Im Zimmer gibt's einen großen Flachbild-Fernseher, einen Fernseher im Badezimmerspiegel und ein Telefon im WC.

Internet kostet 15 Dollar pro Tag (während es in fast jedem Motel gratis ist). In den Forum Shops (einer großen Shopping Mall, die vom Hotel aus zugänglich ist, ohne ins Freie zu müssen) gibt es aber einen Apple Store mit freiem WLAN und ein paar bequeme Sitzbänke davor.

Abendessen im Nachbarhotel Mirage (BLT Burgers). Danach Spaziergang über den Strip.

Wasserfontänen-Ballett vor dem Bellagio.

Der Eiffelturm des Hotels Paris.

Ich bin nach den anstrengenden letzten Tagen ziemlich erschöpft. Lege mich um 23 Uhr ins Bett und schlafe praktisch sofort ein.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Tag 19 (24.6.): Tropic - Page

Das Bryce Pioneer Village in seinem rustikalen Cowboy-Stil sieht zwar nett aus, die Matratzen sind aber eine wahre Katastrophe. Bei jeder Bewegung beginnen sie zu schwanken, als läge man in einem Wasserbett. Da es im Zimmer auch ziemlich heiß ist - die Klimaanlage lärmt so stark, dass man sie nicht einschalten kann -, schlafe ich erst spät ein und auch dann ziemlich schlecht. Dementsprechend müde bin ich noch, als um 6 Uhr Ortszeit "Kill Bill" zu spielen anfängt.

Nach einem Kaffee in der Motelrezeption brechen wir kurz nach 7 auf. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Bryce Canyon.

Von allen Naturwundern, die wir im Laufe unserer Reise gesehen haben, ist dieser Nationalpark wahrscheinlich das Attraktivste.

Der Begriff Canyon in seinem Namen ist etwas irreführend. Vielmehr handelt es sich um eine ca. 40 km lange Abbruchkante eines Hochplateaus, in dem unzählige orange und rot leuchtende, bizarr geformte Felsnadeln aus Sandstein entstanden sind.

Diese Steinskulpturen werden "hoodoos" genannt. Auf einer Infotafel finde ich folgende Begriffserklärung:

"Hoodoos: a pinnacle or other odd shaped rock left standing by the forces of erosion. From 'voodoo': something which causes bad luck."

Unser erster Haltepunkt ist der Sunrise Point am Rand eines bogenförmigen Abschnitts, der Amphitheater genannt wird.


Es gibt eine Reihe von unterschiedlich langen und anstrengenden Wanderwegen, die hinunter zu den hoodoos führen.


Wir wählen den Navajo Loop Trail. Auf rund 2 Kilometer Länge ist dabei eine Höhendifferenz von fast 170 m zu überwinden - natürlich zwei Mal, da man ja auch auf das bewaldete Hochplateau zurückkehren muss.


Das Wetter heute ist wieder heiß, es sind nur wenige Wolken zu sehen. Die Rückkehr zum Ausgangspunkt des Trails entwickelt sich zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.

Nach der Wanderung fahren wir den scenic drive entlang und halten an mehreren Aussichtspunkten.


Unser letzter Halt erfolgt am Rainbow Point.

Gegen 13 Uhr verlassen wir den Bryce Canyon. Die weitere Route führt durch den Red Canyon. Auf dem Bild ist unser Dodge - der uns bereits rund 3500 Meilen durch den Südwesten der USA transportiert hat - bei der Durchquerung eines kurzen Tunnels im Sandstein zu sehen.


Am Nachmittag besuchen wir den Zion Nationalpark. Wir erreichen ihn am Osteingang. Leider gibt es auf dem Weg bis zum Visitor Center wenige "offizielle" Parkplätze, die die Möglichkeit zu einem Fotostopp bieten.

Wir verlassen den Zion Nationalpark um 19 Uhr und treffen kurz vor 22 Uhr (bzw. 21 Uhr Ortszeit, da wir uns nun wieder in Arizona befinden) bei unserem Motel in Page ein.

Tag 18 (23.6.): Moab - Tropic

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Days Inn (Kaffee, Orangensaft, Cornflakes, Bagels mit Butter und Marmelade, Muffins, Waffeln mit Ahornsirup, ein Apfel) brechen wir gegen 7 Uhr 30 auf. Es wird wieder ein heißer Tag, wenngleich mit mehr Wolken als gestern.

Der Arches Nationalpark befindet sich ein paar Kilometer nördlich von Moab. Er bekam seinen Namen wegen der Vielzahl von Felsbögen, die hier durch Erosion entstanden sind. In den Park führt eine ca. 20 Meilen lange Straße mit einer Reihe von Haltepunkten, von denen aus man oft schon nach kurzen Wanderungen zu den "Arches" gelangt. Einer der schönsten ist der "Double Arch", den man durch einen kleinen Umweg in die sogenannte "Windows Section" erreicht.

Am Ende der Straße beginnt ein Trail in den "Devils Garden", das Gebiet mit den meisten Felsbögen. Aus Zeitgründen können wir nur rund eineinhalb Kilometer bis zum "Landscape Arch" wandern. Vor einigen Jahren brachen große Felsstücke von ihm ab und hätten beinahe einige Touristen erschlagen. Seither ist der Zugang bis direkt unter diesen Bogen gesperrt (bei anderen Arches ist das nicht der Fall).

Um 13 Uhr verlassen wir den Nationalpark. Wegen des ausgiebigen Frühstücks verzichten wir heute auf ein Mittagessen.

Statt der kürzesten Strecke zur Autobahn I-70 nehmen wir eine Straße, die durch ein landschaftlich reizvolleres Gebiet entlang des Colorado River führt.

Es ist nicht einfach, mein Navi dazu zu überreden, die von uns gewünschte Route bis zu unserem Zielort Tropic zu planen. Immer wieder versucht es uns auf andere Strecken (verbunden mit langen Fahrten auf Autobahnen) umzuleiten. Wir verlassen die eintönige I-70 jedoch bereits nach 90 Kilometern und fahren auf dem Highway 24 in südwestlicher Richtung. Auch auf diesem Weg sind die ersten 150 km wenig interessant. Das ändert sich aber hinter Hanksville.

Wir gelangen in das Areal des Capitol Reef Nationalparks, in dem wir altindianische Felszeichnungen (Petroglyphen) besichtigen und den 10 Meilen langen Scenic Drive, der vom Visitor Center aus nach Süden führt, bis zu seinem Ende befahren.

Capitol Reef ist Heimat eines seltenen Nagers. Die gemeine Steinlaus (Petrophaga lorioti communis) ernährt sich von Mineralien und höhlt dadurch Felsen wie Emmentaler-Käse aus.

Hinter dem Nationalpark biegen wir auf den Highway #12 ab. Diese gut ausgebaute, aber kaum befahrene Straße kann man als Geheimtipp bezeichnen. Sie verläuft durch ein wenig besiedeltes (über weite Strecken haben wir nicht einmal Radioempfang), aber sehr schönes Gebiet. Zunächst führt sie parallel zum Capitol Reef über bewaldete Berge ("Dixie National Forest"). Das Grün der Bäume ist eine willkommene Abwechslung zu den Wüsten und wüstenähnlichen Gebieten der letzten Tage. Des öfteren sehen wir von hier aus herrliche Panoramen.

Ab Boulder fahren wir durch eine abwechslungsreiche Felslandschaft, die den Nordteil des Grand Staircase-Escalante National Monument bildet.

Unser Ziel Tropic, ein kleines Nest nicht weit vom Bryce Canyon Nationalpark entfernt. erreichen wir kurz vor 22 Uhr. Unser Motel, das Bryce Pioneer Village, verfügt über kein Wifi, weshalb es heute kein Update meines Blogs gibt.

Dienstag, 23. Juni 2009

Tag 17 (22.6.): Chinle - Moab

Gestern abend haben wir uns vorgenommen, früh aufzustehen und bereits um 7 Uhr aufzubrechen. Wir haben die Rechnung jedoch ohne die Sommerzeit gemacht. Denn obwohl wir in Arizona sind, befinden wir uns mitten im Navajo-Land, und dort wurden die Uhren im Gegensatz zum restlichen Bundesstaat bereits Mitte März um eine Stunde vorgestellt. Somit ist es schon fast 8, als wir uns auf den Weg machen.

Das Wetter ist noch schöner als am Vortag. Nur selten sehen wir fern am Horizont ein paar kleine Wolken.

Der Canyon de Chelly (ausgesprochen: "d'schäi") besteht aus zwei rund 40 km langen Schluchten, die bis zu 300 m tief in die Landschaft eingeschnitten sind. Am Canyongrund betreiben Navajo-Indianer Landwirtschaft. Dorthin darf man nur, wenn man eine Tour mit einem einheimischen Führer bucht (ausgenommen ist ein Abstieg zu den "White House Ruins", worauf wir aber verzichten).

Wir fahren die Straße am Rand des südlichen Canyons entlang und halten an verschiedenen Aussichtspunkten. Der letzte bietet einen Blick auf den Spider Rock. Hier soll Spider Woman (Petra Parker?) gewohnt haben, die der Mythologie zufolge den Navajo die Weberei beibrachte.

Unser Tagesziel Moab liegt fast exakt nördlich von Chinle. Nach 100 km biegen wir jedoch links ab und machen einen Umweg über den rund 65 km westlich liegenden Ort Kayenta. Nach einem Mittagessen bei - schon wieder! - McDonald's (wir sind gerade fertig, als nicht nur im Restaurant, sondern wahrscheinlich in ganz Kayenta der Strom ausfällt) und einer halben Stunde Wartezeit wegen einer Straßensperre (ein Auto, das einen Unfall hatte, wird geborgen) fahren wir in nordwestlicher Richtung durch das aus zahlreichen Western bekannte Monument Valley.

Auch danach bleibt die Strecke reizvoll. Manchmal hat man fast das Gefühl, sich auf einem anderen Planeten zu befinden. Im Bild nebenan sieht man eine Felslandschaft in der Nähe des Ortes Mexican Hat.

Ab Monticello machen wir einen ursprünglich nicht geplanten Ausflug in einen Abschnitt des Canyonlands Nationalparks, der Needles District genannt wird. Die Straße führt über eine bewaldete Berglandschaft und trifft dann auf den Highway zum Nationalpark.

Wir kommen am Newspaper Rock vorbei, ...

... auf dem zahlreiche prä-kolumbianische Felszeichnungen besichtigt werden können.

Bis zum Canyonlands Nationalpark sind es vom Newspaper Rock weitere 32 Meilen, die man großteils bereits durch Canyons fährt.

Da wir erst nach 17 Uhr (Utah-Zeit, also inklusive Sommerzeit - 8 Stunden Zeitdifferenz zu Mitteleuropa) eintreffen, hat das Visitor Center bereits geschlossen. Der Nationalpark ist spärlich besucht, es dürften nur eine Handvoll Autos unterwegs sein. Wir besuchen mehrere Aussichtspunkte, wo wir beispielsweise die namensgebenden roten Felsnadeln des Needles Districts sehen.

Unser letztes Ziel, der Elephant Hill, bedingt eine 3-Meilen-Fahrt auf einem engen, nicht asphaltierten Weg. Wahrscheinlich sollten wir unseren Dodge waschen, bevor wir ihn am Ende der dreiwöchigen Rundreise in Las Vegas zurückgeben.

Die Sonne geht gerade unter, als wir gegen 20 Uhr 30 das Days Inn in Moab erreichen. Wir essen in einer Pizzeria zu Abend. Christa und Christian maulen über die Qualität des Essens (harter Pizzateig, wenig Auflage), aber das ist laut Peter übertrieben. Ich esse als einziger keine Pizza, sondern "Chicken and Eggplant Milanese" und bin mit dem Essen zufrieden.

Montag, 22. Juni 2009

Tag 16 (21.6.): Tusayan - Chinle

Nach einem ausgiebigen Frühstück checken wir gegen 8 Uhr aus dem Canyon Plaza Resort aus und passieren ein letztes Mal den Südeingang des Nationalparks. Kurz vor dem Grand Canyon Village biegen wir rechts ab. Der Highway 64 (auch Desert View Drive genannt) führt von hier rund 40 km nach Osten am Canyon entlang. Wir bleiben bei mehreren Aussichtspunkten stehen, um unseren Hunderten Fotos vom Grand Canyon noch einige weitere hinzuzufügen.

Das Wetter heute ist herrlich: blauer Himmel, keine Wolken - ganz so, wie wir (exklusive Peter) es uns gestern erhofft hatten.

Die letzte Haltestelle im Osten heißt Desert View. Hier steht der "Watchtower", der ein Andenkengeschäft beherbergt. Das Gebäude wurde um 1930 errichtet, wobei bewußt versucht wurde, es älter aussehen zu lassen.

Unsere Route führt uns dann nach Süden. Kurz vor Flagstaff machen wir einen Abstecher zum Sunset Crater National Monument, einen im Jahr 1064 ausgebrochenen Vulkan. Wir kommen an Feldern mit in bizarren Formen erstarrter Lava vorbei.

Die 50.000-Einwohner-Stadt Flagstaff lassen wir rechts liegen und fahren auf der I-40 durch eine eintönige Landschaft nach Osten. Nach einer Mittagspause in Winslow (mal wieder McDonald's) verlassen wir bei Holbrook die Autobahn, um zum Südeingang des Petrified Forest Nationalparks zu gelangen.

Wie der Name schon sagt, kann man hier versteinerte Baumstämme, die aus dem Triaszeitalter stammen, besichtigen.

Es empfiehlt sich, an den Haltepunkten die Gehwege nicht zu verlassen. Als ich mich einmal nicht an diese Vorschrift halte, ist sofort ein böse blickender Ranger zur Stelle. Ich komme mit einer Ermahnung davon.
Auf dem Weg durch den Nationalpark fährt man an faszinierenden Gesteinsformationen vorbei.

Am Nordende des Parks durchquert man einen Teil der Painted Desert. Die Farben der Felsen sollen sich im Tagesablauf von Blau nach Rot ändern, wenn durch den Lichteinfall unterschiedliche Mineralablagerungen angestrahlt werden.

Inzwischen ist es Abend geworden. Die restliche Strecke fahren wir durch, mit Ausnahme eines Halts ca. 30 km vor Chinle, um den Sonnenuntergang in den weiten Ebenen Arizonas zu fotografieren.

Auf der Suche nach dem Holiday Inn führt uns mein Navi wieder aus der Stadt raus zu einer Stelle, wo sich Hase und Hunde (beide haben wir gesehen) gute Nacht sagen. Mein Fehler: Da das Hotel keine Adresse mit Hausnummer hat, habe ich versucht, den Standort mit Google Maps zu bestimmen und dann diesen Platz auf der Tomtom-Landkarte zu finden - ganz offensichtlich ist mir das nicht gelungen.

Sonntag, 21. Juni 2009

Tag 15 (20.6.): Tusayan

"Kill Bill" weckt mich um 4. Nein, das ist kein Schreibfehler. Da wir Peter zum um 5 Uhr in Grand Canyon Village abfahrenden Shuttle-Bus bringen müssen, ist heute die neue Trendsportart "Extreme Early Birding" angesagt. Der Bus transportiert Wanderer ein paar Meilen nach Osten, wo der South Kaibab Trail hinunter zum Colorado River und zur Phantom Ranch anfängt. Dieser Weg (das nebenstehende Foto habe ich am Nachmittag geknipst) läßt sich in vier Stunden bezwingen. Da er aber keine Möglichkeit bietet, die Trinkwasservorräte zu ergänzen, plant Peter, für den Rückweg den längeren Bright Angel Trail zu nehmen.

Der Sonnenaufgang, den Christa, Christian und ich am Mather Point erleben, ist eine Enttäuschung, denn der Himmel îst wolkenbedeckt. Lediglich die kürzer werdenden Belichtungszeiten beim Fotografieren lassen erkennen, dass die Sonne über den Horizont gestiegen sein muss. Manche der rund 50 wartenden Touristen sind in Decken gehüllt oder zittern in T-Shirts und kurzen Hosen - da haben einige vergessen, dass die Nächte in über 2000 m Seehöhe auch im Juni sehr kühl sein können.

Wir fahren ins Hotel zurück und frühstücken. Im Zimmerpreis ist ein Continental Breakfast enthalten, wobei das Büffet mit mehreren Sorten Frühstücksflocken, Donuts, Obst, Orangensaft und Semmeln mit Butter und Marmelade für amerikanische Verhältnisse sehr üppig ausgestattet ist.

Nach der Rückkehr ins Grand Canyon Village nehmen wir einen der kostenlosen Busse zum Aussichtspunkt Hermits Rest und wandern entlang des South Rim. Langsam lockert die Wolkendecke auf.

Bald tauchen aber dunkle Wolken auf. Während manche Abschnitte des Canyons vom Sonnenschein erhellt werden, regnet es in anderen Bereichen. Auch wir bleiben nicht trocken. Nach ein paar Minuten ist die Regenwolke aber weiter gezogen. Am Nachmittag bessert sich das Wetter deutlich.

Während der Fahrt zu einem anderen Vista Point bemerken wir neben der Straße einen Elch (oder ist's ein Hirsch?), der völlig unbeeindruckt von den fotografierenden Touristen grast. Andere Tiere, die wir heute sehen, sind: ein Hase, eine Hummel, mehrere Squirrels und Raben sowie zwei Kondore.


Über eine Strecke von rund 20 km Länge kann man per Gratis-Bus eine Reihe von Aussichtspunkten aufsuchen. An einem Samstag im Sommer (bzw. kurz vor Sommerbeginn) müssten manche allerdings wegen Überfüllung zeitweise geschlossen werden.

Erstaunlicherweise gibt es an praktisch allen Aussichtspunkten Abschnitte, die völlig ungesichert sind. Wenn man so wie ich nicht schwindelfrei ist, verursacht allein schon das Beobachten von Leuten, die sich nah an den Abgrund wagen, ein unbehagliches Gefühl. Manche Eltern lassen auch kleine Kinder herumlaufen, was man nur als unverantwortlich bezeichnen kann.

Am nächsten Tag entdecke ich in einem Giftshop ein Buch, das Todesfälle im Grand Canyon behandelt. Laut Umschlagtext sollen bisher circa 600 Personen in die Tiefe gestürzt sein.


Wir machen bis 16 Uhr 30 Fotos von verschiedenen Bereichen des Canyons, dann fahren wir ins Hotel und erfrischen uns im Swimming- und im Whirlpool.

Danach essen wir wieder im Steakhouse, das sehr beliebt zu sein scheint - so wie gestern gibt es nur wenige leere Tische. Um halb sieben stößt Peter zu uns, der trotz der langen Wanderung erstaunlich frisch wirkt.

Samstag, 20. Juni 2009

Tag 14 (19.6.): Yucca Valley - Tusayan

Die längste Etappe unserer Reise - fast 700 km - führt uns heute bis zum Grand Canyon. Da wir glauben, dass wir durch den Wechsel in die "Mountain Standard Time"-Zeitzone eine Stunde verlieren werden, brechen wir bereits kurz nach halb 8 auf. Wie wir später herausfinden, gibt es in Arizona aber keine Sommerzeit, so dass die Differenz zu Mitteleuropa weiterhin 9 Stunden beträgt.

Vor allem das erste Drittel der Fahrt durch die südkalifornische Prärie ist ziemlich eintönig: eine Straße, die kilometerweit schnurgerade verläuft, mit kaum Verkehr. Da freut man sich über jede Abwechslung, z.B. wenn man durch die wenigen Kurven mit 65 statt 55 mph rast :-)

Es ist sehr heiß, die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Durch den ständigen leichten Luftzug beginnt meine Nase plötzlich zu rinnen, und meine Augen sind entzündet und brennen. Zum Glück legt sich das im Laufe des Tages wieder.

Um die Mittagszeit erreichen wir Arizona. Die Grenze zu Kalifornien verläuft durch den Lake Havasu, einen Stausee, der durch einen Damm im Colorado River entstand. In der 50.000-Einwohner-Stadt Lake Havasu City besichtigen wir die London Bridge. Diese Brücke wurde von der britischen Regierung verkauft, in Einzelteilen über den Atlantik transportiert und hier neu aufgebaut.

Als wir bei einer roten Ampel warten, fährt ein anderes Auto gegen unsere hintere Stoßstange. Die Fahrerin entschuldigt sich wortreich. Da kein Schaden zu sehen ist, verzichten wir darauf, die Polizei zu rufen und einen Unfallbericht zu erstellen.

In Kingman verlassen wir die Autobahn I-40 und fahren über die alte Route 66. Dieser Umweg zahlt sich nicht aus, denn außer einigen mit "Route 66"-Schildern geschmückten Lokalen und Motels gibt es wenig Interessantes zu sehen. In Seligman sind neben der Straße ein paar Museums-Häuschen aufgebaut, die an eine Wildwest-Stadt erinnern sollen.

Gegen 17 Uhr 30 erreichen wir Tusayan kurz vor dem Grand Canyon Nationalpark. Wir halten aber nicht bei unserem Hotel, sondern fahren ein paar Kilometer weiter. Der bewaldete Südrand des Grand Canyons liegt in mehr als 2000 m Seehöhe.

Peter beabsichtigt, morgen eine Wanderung bis zum Grund des Grand Canyons und dem dort fließenden Colorado River zu unternehmen (das ist eine Höhendifferenz von rund 1400 m, die er zweimal überwinden muss). Im Visitor Center - wo ein Modell des Grand Canyons ausgestellt ist - holt er sich Informationen über den Fahrplan der Shuttle-Busse ein, mit denen er zum Anfang des Wanderwegs gelangen wird.

Das Visitor Center liegt in der Nähe des Aussichtspunkts Mather Point. Hier werfen wir einen ersten Blick auf das Naturwunder des Grand Canyons.

Da die Sonne in Arizona wegen der nicht eingeführten Sommerzeit relativ früh untergeht, ist ein weiterer Aufenthalt im Nationalpark nicht sinnvoll. Wir fahren zu unserem Hotel, dem Canyon Plaza Resort, das sich in Tusayan gleich hinter dem IMAX-Kino befindet. Das nebenstehende Foto nehme ich aus dem Hotelzimmer auf.

Dinner essen wir heute in einem Steakhouse. Die Portionen sind riesig und schmecken hervorragend.